Bericht von dem Anti-Nazi Protest am Dorfplatz

Kleiner Bericht von der Bügerkundgebung auf dem Dorfplatz Böhl-Iggelheim anlässlich des Nazi-Aufmarsches am 08.05.09

Vorkontrollen

Der Weg in Richtung Böhl war von der Polizei abgesperrt. Und selbst bei der bürgerlichen Veranstaltung wurden einige Personen kontrolliert. Scheinbar ging von dem mitgeführten VVN-Transparent eine Gefahr aus.

Eröffnung

Eröffnet wurde die Veranstaltung um 19 Uhr durch den Versammlungsleiter, (der im normalen Leben sein Geld bei der Polizei verdient), der gleich dazu aufforderte, nicht zum Stein zu gehen, um die Arbeit der Polizei nicht zu erschweren. Außerdem würde es die Taktik der Gegendemonstranten unterstützen, wenn viele Bürger anwesend wären. (Den Zusammenhang konnte er jedoch nicht genau plausibel machen.)

Peinlicher Auftritt des Bürgermeisters Christ

Danach sprach der Bürgermeister der Gemeinde Peter Christ und ließ sich zu einigen peinliche Aussagen hinreißen. Gleich zu Anfang seiner Rede, sagte er, er wende er sich gegen die Neonazis, aber ebenso auch gegen die Antifa-Gruppen, die dort vor Ort protestierten. Danach versuchte er zu begründen, weshalb er den Aufmarsch der Nazis nicht verboten habe: Wenn die Gerichte ein Verbot gekippt hätten, hätte er angeblich keine Auflagen für den Aufmarsch mehr machen können. (Leider ist das kompletter Unfug.) Hr. Christ äußerte weiterhin die Hoffnung, dass durch das Verhalten der Gemeinde und der Bürger und durch die Nicht-Beachtung, die Rechtsextremen und ihre „selbsternannten Gegner“ veranlasst würden, die Gemeinde in Zukunft in Ruhe zu lassen. Auch er rief die Bürger dringend dazu auf, nicht in Richtung Gedenkstein zu gehen. Er jedoch werde sich jetzt dort hinbegeben, um die Polizei vor Ort zu unterstützen.

Rede des Vorsitzenden des Jugendgemeinderats

Er sprach sich klar gegen die Neonazis aus und verwies auf die historische Verantwortung. Insgesamt war es eine recht kurze Ansprache.

Rede DGB-Regionalvorsitzende Jutta Steinruck

Deutlich erfrischender war die Rede von Jutta Steinruck, die klare und glaubhafte Statements gegen die Rechtsextremen abgab. Sie kritisierte den Bürgermeister dafür, dass er nicht einmal versucht habe den Aufmarsch zu verbieten. Dies wäre ein deutliches Signal der Verwaltung an die Nazis gewesen, es hätte es ihnen schwerer gemacht und ihre Ressourcen beansprucht. Auch warb sie für eine gewisse Toleranz hinsichtlich der Aktionsformen gegen die Neonazis, natürlich nur auf Grundlage der Gewaltlosigkeit. Sie schloss mit den Worten „Nazis verpisst Euch, keiner vermisst Euch!“, was auch auf einem Transparent zu lesen war.

Musik

Ebenso deutlich äußerte sich der Gitarrist und Sänger, der nach der Rede, und auch schon davor, einige, teilweise für den Anlass umgeschriebene, Klassiker zum Besten gab.

Gebet und kleiner Eklat

Die Veranstaltung endete mit einem ökumenischen Friedensgebet. Während den Sekunden des Schweigens nach dem Vaterunser ertönte zweimal der Ruf “Lunara” (Selbstbezeichnung der Nazis aus Ludwigshafen: Ludwigshafen, Nazis, Rassisten). Dieser kam von einem Mädchen (ca. 14 Jahre) das gerade mit zwei andere Teenagern etwa im gleichen Alter über den Platz radelte. Die drei wurden daraufhin von der Polizei kontrolliert. Ob die Beamten die Bedeutung dieses Ausspruchs kannten, oder ob sie die Kids nur wegen Fahrradfahrens in der Fußgängerzone angehalten haben ist leider nicht bekannt.

Quelle: linksunten.indymedia.org

Wer kennt wen? Nazi-Mahnwache in Böhl-Iggelheim

Bilder von der Nazi-Mahnwache am 8.Mai 2009 in Böhl-Iggelheim (Auswahl):

BI-Nazis01.jpg
BI-Nazis03.jpg
BI-Nazis02.jpg
BI-Nazis04.jpg
BINazis05.jpg
BINazis06.jpg
BINazis07.jpg

*mehr Bilder zum runterladen
(rapidshare.de)

Böhl-Iggelheim: Erfolgreicher Antifa-Protest

Am 8.Mai, dem Tag der Befreiung der Welt vom deutschen Nationalsozialismus versuchten örtliche Neonazis um den bekannten Nazi-Kader und Hooligan Christian Hehl und dem Aktionsbüro Rhein-Neckar im kleinen Ort Böhl-Iggelheim eine „Mahnwache“ an einem ehemaligen amerikanischen Kriegsgefangenenlager durchzuführen. Diese „Mahnwache“ wurde durch lautstarken antifaschistischen Protest begleitet.

Wie schon zuvor berichtet versuchte heute der Nazi-Kader Christian-Hehl im vorderpfälzischen Ort Böhl-Iggelheim eine „Mahnwache“ durchzuführen.

Dieser Aufmarsch reihte sich ein in eine der „Freien Kräfte“ beworbenen Kampagne zum 8.Mai. Dieser 8.Mai soll im Zuge dieser Kampagne umgedeutet werden – TäterInnen werden zu Opfer, die alliierten Streitkräfte zu BarbarInnen stilisiert.

In diesem Kontext wurde auch der Aufmarsch am heutigen Abend durchgeführt. So wurde an einem „Gedenkstein“ zwischen Böhl und Iggelheim, welcher zur Erinnerung an ein ehemaliges amerikanisches Kriegsgefangenenlager errichtet wurde (der Stein selber hat schon einen fragwürdigen Inhalt und stellt sich in die Tradition von „Wehrmachtsdenkmälern“ und einer falschen Geschichtsschreibung), eine Kundgebung angemeldet.

Doch schon am Abend vorher kam es zu einem spontanen Protest von Wormser AntifaschistInnen in Iggelheim – über 1000 Flugblätter wurden verteilt und die AnwohnerInnen über den kommenden Tag informiert. Schnell organisierte Nazis aus den umliegenden Dörfern kamen zu spät um diesen Protest noch verhindern zu können.

Einige Stunden später wurde dann der „Gedenkstein“ mit roter Farbe adäquat verschönert und die „Gedenktafel“ mit PVC-Bauschaum unleserlich gemacht. Die Fronten waren also klar.

Nachdem die Stadt sich dazu außerstanden gesehen hatte irgendwie juristisch gegen den Naziaufmarsch vorzugehen und die PolitikerInnen nur einen Protest (ohne „linke Chaoten“) fern ab des Geschehens und zu einer anderen Uhrzeit vollziehen wollte, war praktischer und direkter Protest notwendig.

Doch die Polizei machte dem Ganzen einen Strich durch die Rechnung. Schon ab 16 Uhr war die Gegend um den Stein weiträumig mit Hamburger Gitter abgesperrt. Es gab Vorkontrollen an den Zufahrtsstraßen und vereinzelt wurden Personen später nicht mehr in die Nähe des Protestes gelassen.

Es wird geschätzt, das gut 150+ PolizistInnen im Einsatz waren; darunter eine Hundestaffel und ca. 35 BFE-PolizistInnen.

Ab 17-18 Uhr versammelten sich nach und nach AntifaschistInnen aus der gesamten Region. Nach dem eher schwachen Protest am 2.Mai in Neustadt/Weinstraße (was auch auf das massive Polizeiaufgebot und den vorherigen Naziaufmarsch in KL zurück zuführen ist) kamen hier im provinziellen Böhl-Iggelheim am Ende doch gut 150 AntifaschistInnen zusammen, darunter 30-40 Personen aus dem Ort selber. Alleine diese Anzahl ist schon ein voller Erfolg – und ließ die „Parteiveranstaltung“ von SPD und CDU im Iggelheimer Ortskern ins Leere laufen.

Am Anfang kam es zu einem (eher zaghaften) Versuch einige Gitter wegzuräumen und direkt an den Stein zu kommen – dies scheiterte leider, neben der fehlenden Entschlossenheit, an der schnell verstärkten Polizei.

Mit reichlich Verspätung kamen dann gut 35 Nazis zusammen, um den Reden ihrer „Führer“ zu lauschen und ihren eigenen Mythos zu zelebrieren. Ohne Lautsprecher und sonstigen zusätzlichen Utensilien ging diese „Mahnwache“ aber im lautstarken Protest der AntifaschistInnen unter.

Die Polizei reagiert hier und da wie gewohnt über – eine Antifaschistin, welche angeblich eine Radieschen gen Nazis geworfen hatte, wurde 20 Meter über den Boden geschliffen und danach in Gewahrsam genommen. Auch später anreisende Personen wurden massiven Kontrollen unterworfen und nicht mehr in die Nähe des Protestes gelassen.

Nach einer knappen Stunde (angemeldet waren zwei) verließen die Nazis den Ort wieder geschlossen und dackelten die 200 Meter gen Bahnhof zurück – hier waren nun die BFE-Einheiten nötig, da der Protest sich direkt und lautstark an der Abzugsroute der Nazis formulierte. Ohne diesen Polizeischutz wäre es für die Rechtsextremen heute eher unschön ausgegangen….

Die Veranstaltung der Nazis konnte nicht verhindert werden – aber dafür ein deutliches Zeichen gesetzt werden, dass Antifaschismus auch in der Provinz lebt und aktiv ist – denn es gibt kein ruhiges Hinterland!

*Deutschland dekonstruieren – Nazis wegrockern!

Um Ergänzungen wird gebeten – insbesondere Facts zu den anwesenden Nazis…

Zusatz: Diesem Artikel ist der recht gut recherchierte Flyer der Antifa Speyer angehängt, welcher auch auf die deportieren Juden/Jüdinnen aus Iggelheim eingeht und welchen Mensch am 8.Mai vor Ort hätte gedenken sollen!

Zusatz 2: Die Naziszene in Böhl-Iggelheim besteht aus einem festen Kern von 5-15 Personen und einem lockeren Umfeld von weiteren 10 Personen. Es kam in den letzten Jahren (insbesondere nach FCK Fußballspielen) zu Übergriffen gegen MigrantInnen und Linken im Ort und im Umfeld des HBF. Auch wurde und wird immer wieder massiv Nazi-Propaganda geklebt. Trauriger Höhepunkt war ein Brandanschlag auf die Container-Siedlung der hier lebenden Sinti & Roma, welcher ein Nazi aus Böhl-Iggelheim verübt hatte. Der politische Aspekt wurde damals fast komplett verschwiegen und geleugnet. Böhl-Iggelheim reiht sich dabei ein in ähnliche Orte in der Region wie Hassloch, Schifferstadt, Limburgerhof und Neuhofen, wo eine recht aktive Naziszene immer wieder versucht die Jugendlichen vor Ort zu rekrutieren.

Quelle: Indymedia, 9.05.2009

BÖHL-IGGELHEIM: Starke Polizeipräsenz bei NPD-Aufmarsch

Einsatzkräfte setzen auf Konzept der strikten Trennung – Zeitgleich friedliche Gegenkundgebung auf dem Dorfplatz

Ein Aufmarsch von Anhängern der rechtsextremistischen NPD, an dem gestern Abend in Böhl-Iggelheim rund 40 Personen teilgenommen haben, ist nach Angaben der Polizei „ohne besondere Vorkommnisse“ abgelaufen.

Bei einer Gegenkundgebung auf dem Iggelheimer Dorfplatz protestierten etwa 100 Menschen friedlich „gegen rechts“. Laut Polizei war die Gruppe, begleitet von Beamten in Schutzmontur, gegen 19 Uhr vom Bahnhof zu einem Gedenkstein gezogen, der an ein nach dem Zweiten Weltkrieg dort existierendes Gefangenenlager der Alliierten erinnert. Dort erwarteten rund 100 Gegendemonstranten die Rechtsextremen, darunter auch eine Gruppe von Antifa-Aktivisten. Dass gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen den Lagern „weitestgehend verhindert“ werden konnten, führt die Polizei auf ihr Konzept der strikten Trennung zurück. Angaben über die Zahl der eingesetzten Beamten wollte der Leiter der Polizeiinspektion Schifferstadt, Uwe Stein, gestern Abend aus taktischen Gründen nicht machen. Man sei mit „starken Kräften“ vertreten gewesen.

Die Polizei hat nach eigenen Angaben einen Platzverweis ausgesprochen und einen Demonstranten festgenommen, weil er mit Gegenständen aus der Menge geworfen habe. Eine junge Frau muss mit einem Strafverfahren rechnen, weil sie Polizeibeamte beleidigt habe. Beobachter des Geschehens schilderten die Strategie der Polizei aber als „überwiegend deeskalierend“. Ein friedliches Zeichen „gegen rechts“ setzten gestern die Bürger von Böhl-Iggelheim. Auf dem Dorfplatz versammelten sich zeitgleich rund 100 Menschen, um gegen den NPD-Aufmarsch am Gedenkstein zu demonstrieren. Veranstalter der Kundgebung waren alle im Rat der Gemeinde vertretenen Parteien und politischen Gruppierungen, der Jugend- und der Seniorenbeirat sowie der DGB-Ortsverband. Bürgermeister Peter Christ nannte die NPD-Anhänger „braune Chaoten“ und sprach mit Blick auf deren Veranstaltung von einem „hoffentlich einmaligen“ Ereignis. Christ verteidigte die Entscheidung der Gemeinde gegen ein Verbot der Versammlung. Nur so hätten „erhebliche Auflagen“ ausgesprochen werden können. Dass sich die „Betonköpfe“, wie Christ die Rechtsextremisten bezeichnete, trotzdem hätten versammeln dürfen, habe nichts mit Meinung der Bürger im Dorf zu tun. Dafür erhielt der Bürgermeister spontanen Applaus der Kundgebungsteilnehmer. Christ wörtlich: „Wir stehen für ein tolerantes Böhl-Iggelheim!“ Jutta Steinruck, die Regionalvorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), machte sich in ihrer Rede dafür stark, es den „Neonazis so schwer wie möglich zu machen“. Sie hätte ein Verbot seitens der Gemeinde aufgrund seiner Signalwirkung für richtig gehalten. Die Gewerkschafterin lobte in Böhl-Iggelheim, dass der Widerstand über Parteigrenzen hinweg friedlich organisiert worden sei. Besonders die Jugend werde aktiv, wenn es daran ginge, sich gegen Rechtsextremismus zu engagieren. Steinruck: „Das ist fantastisch!“ Die Politikerin plädierte für ein Verbot der NPD, weil diese Partei „unsere Verfassung mit Füßen tritt.“ Böhl-Iggelheims Jugendbürgermeister Markus Philipp sagte, es sei ihm als jungem Menschen unverständlich, dass man dieser Ideologie anhängen könne. (fip/cbr/örg)

Quelle: Rheinpfalz-online, 9.05.2009

8.Mai: Böhl-Iggelheim GEGEN RECHTS

Am 08. Mai 2009 haben Neonazis einen braunen Aufmarsch vor dem Gedenkstein für das Kriegsgefangenlager angekündigt.

Wir wollen keinen braunen Aufmarsch in Böhl-Iggelheim.

Darum rufen wir alle Böhl-Iggelheimer auf:
Kommen Sie am 08. Mai ab 19.00 Uhr zu unserer Kundgebung „GEGEN RECHTS“ auf den Dorfplatz im OT. Iggelheim

Es spricht die Regionalvorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes Jutta Steinruck
und Bürgermeister Peter Christ

anschließend ein
Ökumenisches Friedensgebet

Eine gemeinsame Initiative des Bürgermeisters und den Parteien und Wählergruppen (CDU-SPD-Bündnis90/Die Grünen-FWG-BIL) der Gemeinde Böhl-Iggelheim sowie des Seniorenbeirats, des Jugendgemeinderats und des DGB-Ortsverbands Böhl-Iggelheim

Böhl-Iggelheim: Am 08. Mai

…., dem Tag der Befreiung von der Nazi-Herrschaft -
keinen Fußbreit den Nazis in Böhl-Iggelheim

Der mehrfach vorbestrafte (u.a. wegen Landfriedensbruch und gefährlicher Körperverletzung) Neonazi-Kader und Fußball-Hooligan Christian Hehl hat eine Veranstaltung an dem Gedenkstein (Findling) an der Umgehungsstraße (L-528) in Böhl-Iggelheim für den 08. Mai um 19:00 angemeldet. (Bitte wegen möglicher kurzfristigen Zeitänderung die Tage nochmal hier vorbeischauen.)

Dort will er und weitere 40 – 50 Nazis an dem Ort des ehemaligen, US-Amerikanischen Kriegsgefangenenlager die deutsche Geschichte, als Teil einer bundesweiten Kampagne, auf den Kopf stellen.(…)

Daher nehmen wir den Gedenkstein um 17:30 in Besitz und blockieren den Nazis den Zugang. Denn nicht mit bloßen Worten fern ab des Geschehens ist es getan – sondern nur durch eine direkte Intervention kann den Nazis Paroli geboten werden.

Die Versammlungsuhrzeit der Nazis wurde jetzt endgültig auf 19:00 bis 21:00 festgelegt. Unklar ist, ob Hehl schon um 18:45 zum Findling oder zum Bahnhof beordert wurde, wo er die Ordnernamen preisgeben soll usw… ist uns alles bekannt.

Der Pulk (40 -50 laut Anmeldung) soll vom Bahnhof am Fußweg, wie auf der Karte auf unserem Blog (autonomelinkevp.blogsport.de) ersichtlich ist, zum Stein marschieren und zum Schluss so wieder zurück.

*Wir wollen den Stein ab 17.30 Uhr besetzen!

Mit der neuen Zeit haben wir mehr Luft für diejenigen die direkt von der Arbeit hierher kommen, aber die die später sind als 18:30 werden wohl nicht mehr durchkommen.

Es gibt Hinweise, dass „manche .. einzelne“ Bürger auch in der Nähe des Geschehen und nicht am Kerweplatz protestieren wollen.

Unterstützung ist angesagt!!!

mehr Infos @ autonomelinkevp.blogsport.de

jW,6.05.: Rechter Aufzug verhindert

Kaiserslautern: Antifaschisten versperrten Neonazis den Weg. Proteste gegen NPD in Neustadt

Es war ein voller Erfolg. Antifaschisten in Kaiserslautern ist es am 2. Mai gelungen, einen Aufmarsch, der von der rechten »Bürgerinitiative für soziale Gerechtigkeit« angemeldet worden war, zu verhindern. Bereits am Morgen fand in der Innenstadt die Kundgebung eines breit angelegten Bündnisses mit mehreren hundert Teilnehmern statt, das eigens gegen den Aufmarsch ins Leben gerufen worden war.

Ab 11.30 Uhr setzte sich ein Demonstrationszug mit rund 1000 Teilnehmern in Richtung des Boschplatzes in der Nähe des Bahnhofs in Bewegung, wo eine weitere, vom regionalen DGB veranstaltete Manifestation mit Vertretern von Parteien, Gewerkschaften und des Stadtvorstands stattfand. Als die angemeldete Antifa-Demo starten sollte, war den größtenteils mit dem Zug angereisten rund 100 Neonazis der Weg in die Innenstadt schon versperrt worden, da Aktivisten bereits während der DGB-Kundgebung am Bahnhof auf die Rechten warteten. Viele Demonstrationsteilnehmer schlossen sich der Blockade an. So sorgten 400 Antifaschisten dafür, daß den Verantwortlichen bei der Polizei nichts anderes übrigblieb, als den Aufmarsch zu verbieten.

Die rheinland-pfälzische Polizei hatte schon am Vortag in Mainz auf Deeskalation gesetzt, so daß auch dort die Rechtsextremen unverrichteter Dinge abziehen mußten. In Mainz hatten diese eine eigene Demonstration zum 1. Mai angemeldet, die ebenfalls durch ein breites Bündnis verhindert wurde. Laut Polizeibericht hatten die Beamten in Kaiserslautern wie in Mainz die Anweisung, Sach- und Körperschäden zu verhindern, indem sie den Neonaziaufmarsch nicht gewaltsam durchsetzten.

Die nach Kaiserslautern angereisten Rechten fuhren nach Neustadt an der Weinstraße weiter, wo die NPD einen weiteren Aufmarsch angemeldet hatte, der nach einem vor Gericht gescheiterten Verbot durch die Stadtverwaltung in einem von vielen Migranten bewohnten Vorort stattfand. Durch die lokale Verkehrsführung blieb es den Antifaschisten in Neustadt verwehrt, sich den Neonazis direkt in den Weg zu stellen. Trotzdem gab es lautstarke Proteste von Autonomen und einem Bürgerbündnis, das in der Nähe der Aufmarschroute eine Kundgebung angemeldet hatte, an der rund 100 Menschen teilnahmen. Bei Versuchen von Gegendemonstranten, an die Route heranzukommen, wurden 13 Menschen festgenommen. Ihnen wird unter anderem schwerer Landfriedensbruch vorgeworfen.

Quelle: jW, 6.05.2009

Wer kennt wen? – Nazipic’s vom Hbf KL

Für sachdienliche Hinweise bitte die Kommentarfunktion benutzen od. die Email-Adresse 2maikl[at]web.de benachrichtigen.

nazipic01.jpg
nazipic01.jpg
nazipic02.jpg
nazipic02.jpg
nazipic03.jpg
nazipic03.jpg
nazipic04.jpg
nazipic04.jpg
nazipic05.jpg
nazipic05.jpg
nazipic06.jpg
nazipic06.jpg

gefunden auf http://kusel-lebt.de

DANKE AN ALLE!!!

Blockade voller Erfolg!!!

Kundgebungen und Demonstration mit 1000 Menschen!!!

Vielen Dank an ALLE, die zum Erfolg dieses Tages beigetragen haben. Nach zähem Beginn haben wir, durch entschiedene und couragierte Redebeiträge auf den Kundgebungen an der Stiftskirche und oben am Boschplatz, sowie mit einer geschlossenen Demonstration tausendfach unsere Stimme gegen Nazis erhoben.

Durch die paralell durchgeführte Blockade aktiver AntifaschistInnen an der Ecke Logenstr. / Richard Wagner Str., die später durch viele Demonstranten unterstützt wurde, gelang es darüberhinaus deutlich klar zu machen DAS NAZIAUFMÄRSCHE IN KAISERSLAUTERN NICHT MEHR HINGENOMMEN WERDEN.

fronttranspi.jpg
Für Alle, die sich auch in Zukunft den Nazis immer und überall entgegenstellen werden: Chumbawamba – The Day the Nazi died.mp3 (free download)

Einige Hinweise des EA’s in Kaiserslautern:
* Wir bitten alle, die Foto’s und Filmchen während der Gegenaktivitäten in Kaiserslautern gemacht haben, auf denen Gesichter einzelner zu erkennen sind, diese nicht ins Netz zu stellen. Dies dient zum Selbstschutz der Beteiligten, vor allem vor Nazis die diese Bilder mißbrachen könnten.

* Wir bitten die Menschen, die während der Gegenaktivitäten kurzzeitig festgesetzt, bzw. deren Personalien mit dem Hinweis auf eine Anschuldigung von konkreten Straftaten aufgenommen wurden, ein Gedächnisprotokoll zu erstellen und uns zu kontaktieren, wenn ihr mit Vorladungen, Strafbefehlen oder der Ankündigung eines Verfahrens konfrontiert werdet.

* Für alle, die sich, in der Vorbereitung von Teilnahmen an anderen Demo’s oder Blockaden, näher damit befassen wollen, was mensch im Falle einer Festnahme, Vorladung usw. tun kann und sollte empfehlen wir folgende Broschüre: Was tun, wenns brennt [pdf (446,54 kB)] od. schaut bei der Roten Hilfe e.V. nach.

Ansonsten:
Vielen Dank an alle am anderen Ende der Leitung für die gute Zusammenarbeit.

EA Kaiserslautern
Kontakt: 2maikl[at]web.de

RP, 4.05.: Breites Bündnis stoppt die Nazis

KAISERSLAUTERN: Mehrere hundert Gegendemonstranten haben am Samstag mit einer friedlichen Blockade den geplanten Aufmarsch der Neonazis in Kaiserslautern verhindert. Bei zwei Kundgebungen und miteinem beeindruckenden Demonstrationszug protestierten etwa 800 Menschen gegen die Rechten.

Von Horst W. Müller

Auf dem Guimaraesplatz vor dem Hauptbahnhof dominiert die Farbe Grün. Mehrere hundert Polizisten riegeln den Platz ab, kesseln ein Paar Dutzend Neonazis ein. Die in Schwarz gekleideten Rechten formieren sich, schreien ihre Naziparolen, kommen aber keinen Schritt weiter.

In gut 50 Meter Entfernung, auf dem Asphalt vor der Hauptpost, sitzen knapp 100 junge Leute, darunter einige Punker, die fest entschlossen sind, die Neonazis aufzuhalten. Alleine wäre ihnen das nicht gelungen, doch die Gruppe bekommt Verstärkung: Einige hundert Gegendemonstranten, die sich zum breiten Bündnis gegen die Rechten zusammengeschlossen haben, stellen sich den Rechten in den Weg – und verhindern damit den geplanten und genehmigten Aufmarsch der Faschisten durch die Richard-Wagner-Straße und die Rudolf-Breitscheid-Straße. Um Krawalle zu vermeiden, hatte der Einsatzleiter der Polizei, Thomas Brühl, die Demo der Rechten auf den Bahnhofsvorplatz beschränkt.

Nach eineinhalbstündigem Aufenthalt reisen die Neonazis per Zug wieder ab. „Ein Sieg der Demokratie“, freut sich Oberbürgermeister Klaus Weichel, der mit in vorderster Reihe stand. Ihm ist die Erleichterung anzusehen, dass alles friedlich ablief.

Friedlich, aber dennoch machtvoll traten die Gegner der Neonazis auf. Ihr Demonstrationszug durch die Eisenbahnstraße schwoll von Meter zu Meter an, und als sich die Menge auf dem Boschplatz zur Kundgebung versammelte, schätzte Mitorganisator Michael Detjen die Teilnehmerzahl auf „knapp unter 1000″.

Die demokratischen Parteien waren vertreten, die Kirchen, die Gewerkschaften, die beiden Hochschulen, das Handwerk, der komplette Stadtvorstand und etliche Gruppen und Personen, die eines einte: das Bekenntnis zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung der Bundesrepublik und die strikte Ablehnung des Faschismus. Die Vielzahl der teilnehmenden Gruppen bestätigt das Motto der Demonstration: „Kaiserslautern ist bunt – nicht braun“.

Weltoffen sei die Barbarossastadt und tolerant, hebt Weichel bei der Kundgebung hervor. „Hier ist kein Platz für Fremdenfeindlichkeit, Rassenhetze und braunes Gedankengut“, ruft der Oberbürgermeister. An die Gräueltaten des Naziregimes und „den fürchterlichen Zweiten Weltkrieg“ erinnert der Präsident der Fachhochschule, Uli Schell. „Man darf nicht vergessen“, beschwört er die Demonstranten und unterstützt sie darin, sich gegen die Neonazis zur Wehr zu setzen. Vor den „ewig Gestrigen“ warnt Bernd Rosenberger, der im Namen der Technischen Universität sprach. Er fordert alle auf, „Flagge gegen die Braunen“ zu zeigen, „die wir nicht haben wollen“.

Auch das Handwerk ist bunt, hebt Michael Lehnert, Vizepräsident der Handwerkskammer der Pfalz, hervor. Jeder zehnte Betrieb werde von einem ausländischen Mitbürger geführt, und ohne ausländische Jugendlichen könnten zahlreiche Lehrstellen nicht besetzt werden. „Wir lehnen jede Art von Diskriminierung ab“, stellt Lehnert fest.

Für eine freie, solidarische und sozial gerechte Gesellschaft tritt Alexander Ulrich ein, der im Namen der Gewerkschaften spricht. Die Nazis hätten 1933 die Gewerkschaftshäuser geschlossen, die Neonazis dieses Jahr einen Bus mit Gewerkschaftern überfallen, zeigt er Parallelen auf und warnt, die Rechten zu verharmlosen. Faschismus sei keine Meinung, „Faschismus ist ein Verbrechen“, stellt Ulrich klar und fordert alle auf, für ein Verbot der NPD einzutreten. Eine Forderung, die auch die Landtagsabgeordnete Ruth Leppla (SPD) und weitere Redner bei der Auftaktkundgebung vor der Stiftskirche morgens erheben. Viele traten dort ans Rednerpult, um Flagge gegen Rechts zu zeigen. Leider waren wegen der miserablen Technik nicht alle zu verstehen.

Quelle: Rheinpfalz (Pfälzische Volkszeitung), 4.04. 2009

Weitere Artikel: PRESSESPIEGEL KL & NW: 4.05. 2009